Klima schützen durch globales und europäisches Handeln
lima-und Ressourcenschutz sind weltweit die
herausragenden umweltpolitischen Herausforderungen unseres
Jahrhunderts. Sie begründen sich in der Verantwortung gegenüber
kommenden Generationen und der Vorsorge für eine langfristig
tragfähige wirtschaftliche und ökologische Entwicklung.
Die FDP begrüßt die Beschlüsse des Europäischen Rates, bis 2020 den
Ausstoß der Treibhausgase um 20 Prozent gegenüber 1990 zu
reduzieren, als ersten wichtigen Schritt. Erforderlich ist aber
eine Senkung um 30 Prozent in der EU bis 2020. Hierzu soll auch
Deutschland im Rahmen einer gerechten Lastenverteilung seinen
Anteil erbringen. Angesichts eines Anteils der EU von 16 Prozent an
der globalen Kohlendioxidemission helfen Insellösungen aber nicht,
wenn sie ausschließlich zu Produktionsverlagerungen führen. Wir
brauchen einen Entwicklungspfad für 2050 mit einer Reduzierung um
60 bis 80 Prozent in den Industrieländern.
Die FDP setzt sich für verbindliche, ambitionierte und weltweite
Klimaschutzziele im Rahmen eines Post-Kyoto-Abkommens ein - unter
Einschluss der USA, Chinas und Indiens. Vorrangiges Ziel ist ein
globaler Kohlenstoffmarkt. Leitlinie für alle muss sein,
Kohlenstoffdioxid (CO2) dort einzusparen, wo es am günstigsten
ist.
Die FDP legt beim Klimaschutz ein hohes Gewicht auf den
Emissionshandel. Er gewährleistet einen wirksamen Umweltschutz zu
den geringsten wirtschaftlichen Kosten. Er kann zahlreiche
Regulierungen, Subventionen und Umweltsteuern ersetzen. Beim
Emissionshandel begrenzt der Staat die Menge zulässiger
Treibhausgase durch die Ausgabe von Emissionsrechten, die dann auf
dem Markt frei gehandelt werden. Die FDP will den Emissionshandel
über die bisherigen Bereiche Industrie und Energie sowie
Luftverkehr auch auf den gesamten Verkehrs- und Wärmesektor
ausweiten. Dadurch bedingte Zusatzbelastungen für den Verbraucher
sind durch Steuersenkungen auszugleichen. Ansatzpunkt für diese
Sektoren soll dort die oberste Handelsebene von Brennstoffen sein.
Die FDP fordert zügige Verhandlungen, um den EU-Emissionshandel mit
bestehenden und geplanten Handelssystemen zum Beispiel in
Nordamerika und Australien zu vernetzen.
Die FDP begrüßt, dass im Klima- und Energiepaket der EU der
Emissionshandel als zentrales Element kosteneffizienter
Klimapolitik weiterentwickelt wurde. Es ist sinnvoll,
Emissionsrechte zunehmend marktwirtschaftlich durch Versteigerung
zu verteilen und zugleich die besondere Situation energieintensiver
Branchen im internationalen Wettbewerb zu berücksichtigen. Die FDP
setzt sich dafür ein, dass die rechtlichen Spielräume zur
Verwendung der Versteigerungserlöse national voll ausgeschöpft
werden. Die FDP will die Versteigerungserlöse zur Senkung der
Stromsteuer und
gegebenenfalls anderer Energiesteuern nutzen, denn diese verlieren
im Emissionshandels-System ihre ökologische
Lenkungswirkung.
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